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Prämienindex 2026 für industrielle Sicherheit: was sich bewegt

GDV-Quartalsbericht, Allianz-Index, sektorale Trends. Eine geordnete Lesart der aktuellen Marktdaten.

Dr. Raphael Nagel

Dr. Raphael Nagel

28. November 2025

Prämienindex 2026 für industrielle Sicherheit: was sich bewegt

Ein Prämienindex ist kein Wetterbericht, sondern ein Spiegel der Schadenserfahrung der letzten drei bis fünf Jahre, korrigiert um eine Erwartung der nächsten zwölf Monate. Wer ihn liest, liest die Bilanz seiner eigenen Branche. Wer ihn ignoriert, bezahlt sie.

Der Eintritt in das Jahr 2026 markiert für die industrielle Sicherheit keine Trendwende, sondern eine Verdichtung. Die Linien, die sich seit 2022 abzeichnen, treten klarer hervor. Die Quartalsberichte des GDV, die Veröffentlichungen großer Industrieversicherer und die qualitativen Beobachtungen von BDSW und VdS lassen sich in einer Lesart zusammenführen, die den Operator nicht mit Prozentwerten überfrachtet, sondern ihm sagt, an welcher Stelle seines Geschäfts er hinsehen muss. Diese Lesart bietet der vorliegende Beitrag.

Boswau + Knauer beobachtet den Prämienmarkt nicht aus akademischem Interesse, sondern weil jede unserer Plattformen am Ende in eine Risikobewertung einfließt. Wer Sicherheitsroboter, mobile Videotürme und KI-gestützte Videoanalyse betreibt, verändert das Risikoprofil des Standorts. Diese Veränderung ist quantifizierbar. Sie ist auch verhandelbar, vorausgesetzt, sie ist dokumentiert.

Was der GDV-Quartalsbericht in der Zusammenschau zeigt

Der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft führt seine Quartalsdaten in zwei Kategorien, die für die industrielle Sicherheit zentral sind: gewerbliche Sachversicherung und technische Versicherung. Beide Kategorien sind in den letzten Jahren durch eine Schere geprägt, die sich nicht von selbst schließt. Auf der einen Seite stehen Schadenfrequenzen, die in mehreren Sektoren stagnieren oder leicht zurückgehen. Auf der anderen Seite stehen Schadendurchschnitte, die in fast allen Sektoren steigen. Die Folge ist eine Schadenquote, die im Mittel deutlich über dem liegt, was Versicherer in der Niedrigzinsphase als kalkulatorisch tragfähig angesetzt haben.

Diese Asymmetrie hat eine technische Ursache und eine wirtschaftliche. Die technische Ursache liegt in der zunehmenden Wertedichte. Ein moderner Produktionsstandort enthält pro Quadratmeter ein Vielfaches der Werte, die vor zehn Jahren dort installiert waren. Eine elektronische Steuerung, ein Roboterarm, eine Sensorzeile sind in der Anschaffung teuer und in der Wiederbeschaffung noch teurer, weil Lieferzeiten in Wochen oder Monaten gemessen werden. Der durchschnittliche Schaden steigt, ohne dass der Standort häufiger betroffen sein muss.

Die wirtschaftliche Ursache liegt in der Lieferkettenrealität. Eine Produktionsunterbrechung von vier Wochen, die früher durch Ersatzbeschaffung in zehn Tagen abgefangen wurde, dauert heute regelmäßig länger. Die Betriebsunterbrechungsdeckungen tragen diese Verlängerung in die Schadensumme. Der GDV weist diesen Effekt in seinen Berichten als eigene Größe aus. Wer ihn liest, sieht, dass die Prämienanpassungen 2026 weniger den Frequenzdaten folgen als den Verlängerungen der Stillstandsperioden.

Aus diesen Beobachtungen ergibt sich für den industriellen Operator eine erste Schlussfolgerung. Die Prämie 2026 lässt sich nicht über klassische Schadenverhütung allein verhandeln. Sie lässt sich verhandeln, wenn der Operator nachweisen kann, dass er die Wahrscheinlichkeit und die Dauer einer Betriebsunterbrechung reduziert. Das ist eine technologische Frage, keine Vertragsfrage. Sie wird an den Schnittstellen entschieden, an denen Sensorik, Reaktion und Dokumentation zusammentreffen.

Der GDV stellt in seinen aktuellen Berichten zudem fest, dass die Spreizung zwischen Standorten mit dokumentierter Schutzqualität und Standorten ohne diese Dokumentation größer wird. Wer eine erfasste, geprüfte und auditierbare Sicherheitsarchitektur betreibt, wird in der Tarifierung anders eingestuft als ein Standort mit gleicher Schadenfrequenz, aber unklarer Schutzlage. Diese Spreizung ist die operativ wichtigste Botschaft des Quartalsberichts. Sie sagt, dass Investition in Substanz nicht nur den Schaden verhindert, sondern auch die Prämie. Beide Effekte addieren sich.

Die Position der Allianz und der großen Industrieversicherer

Die Allianz veröffentlicht über ihre Industrieeinheit, Allianz Commercial, jährlich einen Bericht zu Risikotrends, der unter dem Namen Allianz Risk Barometer geführt wird, ergänzt um regelmäßige Marktkommentare zur Prämienentwicklung. Auch andere Industrieversicherer, darunter HDI, Zurich und AXA XL, kommunizieren ihre Markteinschätzung in vergleichbarer Form. Die qualitativen Aussagen dieser Häuser konvergieren in mehreren Punkten, was für den Operator hilfreich ist, weil er sich an einer übereinstimmenden Linie orientieren kann.

Erstens wird die Cyber-Komponente nicht mehr als isolierter Risikoblock behandelt, sondern als Querschnittsthema, das in Sach-, Haftpflicht- und Betriebsunterbrechungsversicherungen einsickert. Ein Sicherheitsvorfall in der physischen Welt hat heute fast immer einen digitalen Anteil, sei es ein kompromittiertes Zugangssystem, eine manipulierte Steuerung oder eine unzureichend abgesicherte Videoanlage. Versicherer prüfen die Schutzqualität entlang dieser Linie und werten die Ergebnisse in die Prämie ein.

Zweitens werden Standorte mit hoher Komplexität strenger geprüft. Logistikzentren mit hohem Durchsatz, Energieinfrastruktur, datenintensive Industrien und Standorte, die nach BSI-Kriterien zur kritischen Infrastruktur zählen, werden in eigenen Tarifierungsmodellen geführt. Die Anforderungen an dokumentierte Sicherheit sind in diesen Modellen detailliert. Wer sie nicht erfüllt, wird nicht abgelehnt, aber teurer eingestuft. Die Differenz zwischen erfüllter und nicht erfüllter Anforderung kann den Tarif eines Standorts spürbar verschieben.

Drittens bewerten Versicherer technische Schutzmaßnahmen zunehmend auf ihre Wirkung, nicht auf ihre Existenz. Eine Kameraanlage ohne nachweisbare Reaktionskette wird anders gewertet als eine integrierte Plattform aus Sensorik, KI-gestützter Videoanalyse, Alarmweiterleitung und definierter Eingreifroutine. Die VdS-Klassifizierungen und vergleichbare Bewertungsraster spielen in dieser Differenzierung eine zunehmende Rolle. Ein VdS-zertifiziertes System ist kein Schutz vor allen Vorfällen, aber es ist ein Signal an den Versicherer, dass die Schutzkette geprüft wurde.

Viertens reagieren die Industrieversicherer auf die Personalfrage, die der Sicherheitsmarkt nicht selbst lösen kann. Die Verfügbarkeit qualifizierter Wachkräfte sinkt, die Personalkosten steigen. Versicherer akzeptieren technologische Verstärkungen, die die Reichweite des verbleibenden Personals erhöhen. Wer einem Operator erlaubt, mehrere Standorte gleichzeitig zu führen, wird in der Tarifierung als gleichwertig oder besser bewertet als ein Standort mit klassischem Wachdienst, vorausgesetzt die Reaktionszeiten sind dokumentiert und die Eingreifroutinen vertraglich abgesichert.

Diese vier Linien lassen sich zu einer Aussage verdichten. Die großen Industrieversicherer differenzieren 2026 stärker als in den Vorjahren. Sie belohnen Substanz, sie bestrafen Lücken. Wer in der Mitte steht, wird in beide Richtungen geprüft und muss begründen, warum er nicht in die untere Risikoklasse gehört. Diese Beweislast ist neu. Sie verlangt vom Operator eine Form der Dokumentation, die früher dem Versicherer überlassen blieb.

Sektorale Trends: wo sich die Prämien bewegen

Eine geordnete Sektorbetrachtung zeigt, dass die Bewegung der Prämien nicht gleichförmig ist. Sie folgt der Schadenerfahrung, der Wertedichte und der Schutzreife der jeweiligen Branche. Wer den Index für sein eigenes Geschäft lesen will, muss in seiner Sektorzeile suchen, nicht im Mittelwert.

In der Bauwirtschaft bleibt der Druck auf die Prämien hoch. Die Schadenfrequenz für Diebstahl von Baumaterial, Werkzeug und mobiler Bauausrüstung hat sich nicht entspannt. Die Schadendurchschnitte sind durch die gestiegenen Materialwerte, insbesondere bei Kupfer, elektronischer Bauausrüstung und Maschinensteuerungen, weiter angewachsen. Die BG BAU dokumentiert in ihren Berichten zudem eine anhaltende Belastung der Branche durch Vandalismus und Sachbeschädigung, die in den Versicherungsstatistiken als eigene Position geführt wird. Standorte mit dokumentierter technischer Überwachung, etwa über mobile Videotürme und Roboterpatrouillen, werden in dieser Branche zunehmend bevorzugt bewertet.

In der Logistik zeichnet sich ein gemischtes Bild ab. Umschlagplätze, Distributionshallen und Außenlager bleiben Hochrisikostandorte, deren Prämien tendenziell weiter steigen. Standorte mit integrierter Sicherheitsarchitektur, in denen Zugangskontrolle, Videoanalyse und Vorfalldokumentation in einer Plattform geführt werden, können diese Bewegung jedoch dämpfen. Die Versicherer nehmen die Schutzqualität im Detail wahr.

In der produzierenden Industrie ist die Bewegung dort am stärksten, wo Betriebsunterbrechungsdeckungen den Hauptteil der Prämie ausmachen. Hochautomatisierte Standorte mit langen Wiederbeschaffungszeiten für Schlüsselkomponenten erleben Prämienanstiege, die nicht durch klassische Brandschutzmaßnahmen allein zu rechtfertigen sind. Hier bewegen sich die Verhandlungen entlang der Frage, ob der Operator nachweisen kann, dass er Vorfälle in einer Geschwindigkeit erkennt und behebt, die die Stillstandsdauer wirksam begrenzt.

In der kritischen Infrastruktur, also bei Standorten, die unter die KRITIS-Regulierung fallen, wirken regulatorische Anforderungen und Versicherungsanforderungen zunehmend in dieselbe Richtung. Was das BSI als angemessenen Schutz definiert, fließt in die Tarifierung ein. Wer hier investiert, investiert doppelt: in die Erfüllung regulatorischer Pflichten und in eine verbesserte Versicherungsposition.

In Sektoren mit niedriger Wertedichte und überschaubarer Schadenerfahrung bleibt die Prämienentwicklung moderat. Standorte mit geringer Komplexität, klarer Schutzlage und stabiler Schadenshistorie sehen 2026 keine dramatischen Bewegungen. Die Spreizung im Markt sorgt jedoch dafür, dass auch diese Standorte unter Beobachtung stehen. Wer in der Mitte steht und nichts tut, rutscht nach unten.

Welche Maßnahmen versicherungstechnisch wirken

Versicherer bewerten nicht jede Investition gleich. Eine zusätzliche Kamera ohne Anbindung verbessert die Tarifierung nicht. Eine integrierte Plattform mit dokumentierter Reaktionskette verbessert sie spürbar. Die folgende Argumentation orientiert sich an den Kriterien, die im Dialog mit Industrieversicherern wiederkehren, und beschreibt sie nicht als Liste, sondern als Logik.

Die erste wirksame Maßnahme ist die Reduktion der Detektionszeit. Ein Vorfall, der innerhalb von Sekunden erkannt und an einen Operator weitergeleitet wird, hat eine andere Schadenswahrscheinlichkeit als ein Vorfall, der erst beim Frühschichtbeginn entdeckt wird. KI-gestützte Videoanalyse, kombiniert mit Mehrkanalsensorik, verschiebt diese Größe in messbarer Weise. Versicherer fragen nicht nach der Technologie, sondern nach den Reaktionszeiten. Wer sie dokumentieren kann, hat ein Argument.

Die zweite wirksame Maßnahme ist die Verkürzung der Wiederherstellungszeit. Ein Sicherheitsvorfall ist selten der eigentliche Schaden. Der eigentliche Schaden entsteht aus der Stillstandsdauer. Eine Sicherheitsarchitektur, die nicht nur erkennt, sondern auch dokumentiert und mit Folgesystemen kommuniziert, ermöglicht eine schnellere Schadensaufnahme, eine schnellere Versicherungsabwicklung und eine schnellere Wiederinbetriebnahme. Diese drei Schritte addieren sich zu einer Verkürzung, die in der Betriebsunterbrechungsdeckung ihren Niederschlag findet.

Die dritte wirksame Maßnahme ist die Standardisierung. Versicherer prüfen lieber zehn Standorte mit derselben Architektur als zehn Standorte mit zehn verschiedenen Lösungen. Standardisierung reduziert den Prüfaufwand des Versicherers und macht die Schutzqualität vergleichbar. Wer als Mehrstandortbetreiber eine Plattformlösung wählt, profitiert nicht nur in der Wartung, sondern auch in der Tarifierung.

Die vierte wirksame Maßnahme ist die nachweisbare Schulung des Personals. Technologie ohne befähigtes Personal ist unwirksam. Versicherer fragen nach Schulungsnachweisen, nach Übungsprotokollen und nach der Häufigkeit von Notfallübungen. Die BDSW hat in den letzten Jahren in ihren Veröffentlichungen wiederholt darauf hingewiesen, dass die Qualifikation des Sicherheitspersonals in der Wahrnehmung der Versicherer ein eigenständiger Faktor geworden ist. Ein TÜV-geprüftes Schulungskonzept ist in dieser Hinsicht ein verwertbares Argument.

Die fünfte wirksame Maßnahme ist die Auditierbarkeit. Ein Sicherheitssystem, das im Gespräch mit dem Versicherer nicht erklärt werden kann, hilft nicht. Ein Sicherheitssystem, das einen Auditbericht hinterlegt, der ohne weitere Erklärung verständlich ist, hilft. Boswau + Knauer liefert in seinen Auditberichten genau diese Form der Dokumentation. Sie ist im Buch "BOSWAU + KNAUER, Vom Bau zur Sicherheitstechnologie" in ihren Komponenten beschrieben und wurde aus der Praxis der Versicherungsgespräche entwickelt.

Was bleibt

Der Prämienindex 2026 ist nicht das Ergebnis einer einzelnen Bewegung, sondern die Verdichtung mehrerer Linien, die seit Jahren in dieselbe Richtung weisen. Die Schadendurchschnitte steigen schneller als die Frequenzen. Die Wertedichte der Standorte nimmt zu. Die Stillstandszeiten verlängern sich. Die Differenzierung zwischen Standorten mit und ohne dokumentierter Schutzqualität wird größer. Die Versicherer belohnen Substanz und bestrafen Lücken, in einer Schärfe, die in den Vorjahren noch nicht in dieser Klarheit zu beobachten war.

Für den Operator ergibt sich daraus eine Aufgabe, die nicht aufgeschoben werden kann. Wer 2026 in eine Erneuerung seiner Versicherungsverträge geht, ohne seine Schutzqualität dokumentiert zu haben, geht in eine Verhandlung, in der er die schwächere Position hat. Wer dieselbe Verhandlung mit einem Auditbericht, einer dokumentierten Reaktionskette und einer standardisierten Plattformarchitektur führt, hat Argumente, die der Versicherer in der Tarifierung verarbeiten kann.

Der nächste Schritt ist ein Audit. Drei bis fünf Tage vor Ort, definierter Festpreis, definierter Lieferumfang. Am Ende steht ein Bericht, der ohne weitere Beratung verwertbar ist, intern, gegenüber dem Versicherer oder gegenüber Dritten. Wer den Bericht nutzt, hat eine Grundlage. Wer auf ihn verzichtet, hat in den Verhandlungen 2026 nur das, was er ohnehin hatte. Das ist in einem Markt, der differenziert, oft zu wenig.

Häufige Fragen

Welche Sektoren werden teurer?

Teurer werden 2026 voraussichtlich Sektoren mit hoher Wertedichte und langen Wiederbeschaffungszeiten. Dazu zählen hochautomatisierte Produktionsstandorte, datenintensive Industrien, Logistikzentren mit hohem Durchsatz und Standorte, die unter KRITIS-Regulierung fallen. Die Bauwirtschaft bleibt durch anhaltende Diebstahls- und Vandalismusquoten unter Druck, insbesondere bei mobilem Equipment. Innerhalb dieser Sektoren ist die Spreizung jedoch groß. Standorte mit dokumentierter Schutzqualität und integrierter Sicherheitsarchitektur können die Bewegung dämpfen oder neutralisieren. Die pauschale Sektorzuordnung greift zu kurz; entscheidend ist die individuelle Schutzlage.

Welche werden günstiger?

Günstiger werden 2026 keine Sektoren in der Breite. Was sich beobachten lässt, sind Verbesserungen einzelner Standorte innerhalb eines Sektors, wenn der Operator nachweisbar in Sicherheitsarchitektur investiert hat. In Sektoren mit niedriger Wertedichte und stabiler Schadenshistorie bleiben die Prämien moderat. Eine echte Entspannung tritt dort ein, wo Standorte von einer klassischen Schutzlage in eine technologisch integrierte überführt wurden und der Versicherer diese Veränderung in der Tarifierung anerkennt. Der Hebel liegt also nicht im Sektor, sondern in der individuellen Schutzreife des Standorts.

Welche Maßnahmen wirken?

Wirksam sind Maßnahmen, die Detektionszeit, Reaktionskette und Wiederherstellungszeit messbar verändern. Dazu zählen integrierte Plattformen aus Sensorik, KI-gestützter Videoanalyse und dokumentierter Eingreifroutine, standardisierte Architekturen über mehrere Standorte, nachweisbare Schulung des Personals und auditierbare Dokumentation. Versicherer bewerten nicht die Existenz von Technik, sondern ihre Wirkung. VdS-Klassifizierungen, TÜV-Prüfungen und BSI-Empfehlungen liefern dabei die Bewertungsraster. Eine zusätzliche Kamera ohne Anbindung verbessert die Tarifierung nicht. Eine geprüfte Schutzkette mit dokumentierter Reaktionszeit verbessert sie spürbar.

Welche Indizes sind autoritativ?

Autoritativ für den deutschen Markt sind die Quartalsberichte des GDV, ergänzt um die Marktkommentare der großen Industrieversicherer, insbesondere Allianz Commercial, HDI, Zurich und AXA XL. Für sektorale Tiefe liefern BG BAU, BDSW und VdS belastbare Daten und Klassifizierungen. Im Bereich kritischer Infrastruktur sind die Veröffentlichungen des BSI maßgeblich. Internationale Marktbeobachtungen, etwa über Marsh oder Aon, liefern ergänzende Perspektiven, sind aber für die deutsche Tarifierungspraxis nur indikativ. Eine seriöse Lesart kombiniert mehrere Quellen, weil kein einzelner Index die gesamte Bandbreite der industriellen Sicherheit abbildet.

Dr. Raphael Nagel

Über den Autor

Dr. Raphael Nagel (LL.M.) ist Gründungspartner von Tactical Management. Er erwirbt und restrukturiert Industrieunternehmen in anspruchsvollen Marktumfeldern und schreibt über Kapital, Geopolitik und technologische Transformation. raphaelnagel.com

Seit 1892.

Das Haus erreicht man über boswau-knauer.de oder unter +49 711 806 53 427.