BOSWAU + KNAUER

Geschichte · seit 1892

Wer das KaDeWe baute, baut heute Sicherheitstechnologie.

BOSWAU + KNAUER, gegründet 1892 in Berlin, war eine der dominierenden Generalbaufirmen der wilhelminischen Epoche. Rund 200 dokumentierte Großprojekte. Heute Marke der Quarero Robotics Deutschland GmbH.

Berlin · 1892

Paul Boswau und Hermann Knauer.

Gegründet wurde die Firma 1892 in Berlin von dem Architekten Paul Boswau und dem Kaufmann Hermann Knauer (geboren 1872 in Berlin). Sie spezialisierten sich zunächst auf Stuck- und Rabitzarbeiten sowie ephemere Ausstellungsarchitektur — ein Anfang, der wenig ahnen ließ, was daraus werden würde.

Hermann Knauer übernahm die alleinige Führung und transformierte das Unternehmen innerhalb weniger Jahre in eine der führenden Generalbaufirmen Deutschlands — mit Niederlassungen in Berlin, Düsseldorf, Hamburg, Hannover, Köln und Brandenburg, eigenen Sägewerken in Hüfingen und einem Holzimprägnierungswerk in Unterlüß.

Die wissenschaftliche Aufarbeitung durch Silke Haps an der TU Dortmund (2008) dokumentiert rund 200 Projekte allein in der Phase 1892–1909: Großhotels, Theater, Warenhäuser, Banken, Industrieanlagen und Talsperren über das ganze Deutsche Reich.

BOSWAU + KNAUER Baugrube in Berlin mit Eimerkettenbagger, 1913
BOSWAU + KNAUER Baugrube in Berlin · 1913 · gemeinfrei

Werkverzeichnis · Auswahl

Die Bauten, die Deutschland prägten.

Zwischen 1905 und 1908 führte BOSWAU + KNAUER gleichzeitig das KaDeWe, das Grand Hôtel Esplanade, das Hotel Excelsior, das Schauspielhaus Düsseldorf, das Haus Puricelli, die Oestertalsperre und die erste Bauphase des DWM-Werks Reinickendorf aus. Eine Konzentration an Schlüsselbauten, die für jede deutsche Baufirma dieser Epoche beispiellos war.

Kaufhaus des Westens (KaDeWe), Berlin · Tauentzienstraße
1905–1907·Berlin · Tauentzienstraße

Kaufhaus des Westens (KaDeWe)

Architekt: Johann Emil Schaudt

Das Bauwerk, das die Berliner Westcity definiert hat. BOSWAU + KNAUER führten als Generalunternehmer aus, was Schaudts Entwurf forderte: einen Konsumtempel im Maßstab europäischer Großstadt-Ambition. Eröffnung am 27. März 1907 durch Adolf Jandorf.

Status: Steht. Flagship-Warenhaus Europas.

KaDeWe Haupteingang, 1907 · Archiv KaDeWe · gemeinfrei

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Grand Hôtel Esplanade, Berlin · Bellevuestraße 16–18a
1907–1908·Berlin · Bellevuestraße 16–18a

Grand Hôtel Esplanade

Architekt: Otto Rehnig

Das gesellschaftliche Berlin der Kaiserzeit traf sich hier. Kaiser Wilhelm II. residierte mehrfach, Greta Garbo logierte 1925. BOSWAU + KNAUER bauten gleichzeitig das benachbarte Hotel Excelsior — beide für die Berliner Hotel-Familie Otto Rehnig.

Status: Kaisersaal und Frühstückssaal 1996 ins Sony Center am Potsdamer Platz versetzt — bis heute öffentlich zugänglich.

Emil Limmer · Im Wintergarten des Hotels Esplanade, 1909 · gemeinfrei

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Oestertalsperre, Plettenberg · Märkischer Kreis
1905–1907·Plettenberg · Märkischer Kreis

Oestertalsperre

Architekt: Otto Intze (Entwurf) · Rudolf Schäfer (Bauleitung)

Wassertechnisches Großprojekt im Sauerland. BOSWAU + KNAUER realisierten die Staumauer nach Otto Intzes Entwurf und lieferten damit den Beweis, dass das Unternehmen nicht nur Repräsentationsarchitektur, sondern auch schwere Ingenieurbauwerke beherrschte. Die Talsperre ist bis heute in Betrieb.

Status: Steht. Eingeweiht 31. Juli 1907. In Betrieb.

Oestertalsperre, 2009 · Foto: Frank Vincentz · CC BY-SA 3.0

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Haus Puricelli, Düsseldorf · Königsallee 49
1905–1907·Düsseldorf · Königsallee 49

Haus Puricelli

Architekt: Gabriel von Seidl

Bürgerliche Repräsentationsarchitektur an der Düsseldorfer Königsallee, ausgeführt nach Plänen des Münchner Architekten Gabriel von Seidl. Belegt die überregionale Schlagkraft des Berliner Unternehmens.

Status: Steht (1980 umgebaut). Denkmal. Deutsche Bank seit 1975.

Straßenfront Königsallee 49, 1908 · Deutsche Bauzeitung XLII · gemeinfrei

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Schauspielhaus Düsseldorf, Düsseldorf · Karl-Theodor-/Kasernenstraße
1904–1905·Düsseldorf · Karl-Theodor-/Kasernenstraße

Schauspielhaus Düsseldorf

Architekt: Bernhard Sehring

Eines der bedeutendsten Theaterbauten Düsseldorfs vor dem Krieg. Sehring — auch Architekt des Berliner Theaters des Westens — entwarf, BOSWAU + KNAUER errichteten. Erinnerung an eine Kulturinfrastruktur, die der Bombenkrieg auslöschte.

Status: Dokumentiert in den Sammlungen des Stadtarchivs Düsseldorf.

Schauspielhaus Düsseldorf, 1908 · Sammlung Paul Wietzorek · gemeinfrei

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DWM-Werk Reinickendorf, Berlin-Reinickendorf · Eichborndamm 105–177
1906–1918·Berlin-Reinickendorf · Eichborndamm 105–177

DWM-Werk Reinickendorf

Architekt: Paul von Gontard (Generaldirektor) · Alfred Kühn

Ein 35 Hektar großer Industriekomplex der Deutschen Waffen- und Munitionsfabriken — 900 Meter Straßenfront. BOSWAU + KNAUER wurden ausdrücklich beauftragt, weil sie soeben das KaDeWe vollendet hatten. Heute beherbergt der Bau das Landesarchiv Berlin.

Status: Steht. Seit Juli 2001 Landesarchiv Berlin. Baudenkmal.

BOSWAU + KNAUER Baugrube · Rude Květy, 1913 · gemeinfrei

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Industriepalast, Berlin-Friedrichshain · Warschauer Straße 34–44
1906–1907·Berlin-Friedrichshain · Warschauer Straße 34–44

Industriepalast

Architekt: Johann Emil Schaudt

Großkomplex der Berliner Industriearchitektur — heute prominent in Friedrichshain. Schaudt, derselbe Architekt wie beim KaDeWe, lieferte den Entwurf; BOSWAU + KNAUER die Ausführung. Auch nach den Umbauten der 1990er Jahre noch als wilhelminisches Volumen lesbar.

Status: Teile original erhalten (Bauten 39/40, 43/44). Baudenkmal-Nr. 09095169.

Vergleichbarer Schaudt-Bau: KaDeWe Passauer Straße, 1908 · gemeinfrei

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Mietshaus Kurfürstendamm 26A, Berlin-Charlottenburg · Kurfürstendamm 26A / Fasanenstr. 75
1905–1907·Berlin-Charlottenburg · Kurfürstendamm 26A / Fasanenstr. 75

Mietshaus Kurfürstendamm 26A

Eine der wohlhabenderen Charlottenburger Wohnadressen, in der die Firma zur selben Zeit baute, in der sie das KaDeWe ausführte — wenige hundert Meter entfernt. Beleg für die räumliche Verdichtung ihrer Auftragslage zwischen 1905 und 1907.

Status: Steht. Baudenkmal-Nr. 09020715.

Kurfürstendamm 26A, Berlin · Foto: Armin Kleiner · CC BY-SA 4.0

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Erbe & Rückkehr

Vom Bauwerk zur Sicherheitstechnologie.

Die wilhelminische Spitze

Zwischen 1905 und 1908 stand BOSWAU + KNAUER auf dem Gipfel der deutschen Bauindustrie. Das Unternehmen führte gleichzeitig das KaDeWe, das Hotel Esplanade, das Schauspielhaus Düsseldorf, das Haus Puricelli, die Oestertalsperre und das DWM-Werk Reinickendorf aus — eine Konzentration repräsentativer und technischer Großbauten, die für jede Baufirma dieser Epoche beispiellos war. Mit Niederlassungen in Berlin, Düsseldorf, Hamburg, Hannover, Köln und Brandenburg gehörte das Haus zu den dominierenden Generalbaufirmen des Reiches.

Ein Name, der Bauwerke überdauert hat

Über ein Jahrhundert nach den großen Aufträgen stehen viele dieser Bauwerke noch heute: das KaDeWe als Flagship-Warenhaus Europas, die Oestertalsperre als wasserwirtschaftliches Denkmal, das ehemalige DWM-Werk Reinickendorf als Landesarchiv Berlin. Das Haus Puricelli in Düsseldorf ist denkmalgeschützt, der Industriepalast in Friedrichshain ebenso. Der Name BOSWAU + KNAUER ist in den Bauakten dieser Städte verzeichnet.

Rückkehr als Robotik-Marke

Mehr als 130 Jahre nach der Gründung übernimmt die Quarero Robotics Deutschland GmbH in Filderstadt den historischen Namen für eine neue Generation deutscher Ingenieursarbeit: autonome Sicherheitsroboter und mobile Videotürme. Was Hermann Knauer zwischen 1905 und 1908 für die Repräsentationsarchitektur seiner Epoche bedeutete, soll BOSWAU + KNAUER heute für die physische Sicherheitsinfrastruktur der deutschen Industrie sein — Made in Germany, in direkter Linie der ursprünglichen Werte: Präzision, Langlebigkeit, Direktheit.

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